Zum Rücktritt von Matthias Platzeck als Parteivorsitzender

Vorweg: Da die Kollegen von Spiegel-Online Beiträge zum Thema, unter anderem von mir, bisher vermisst haben, tue ich ihnen den Gefallen heute noch was dazu zu schreiben – sonst wäre ich erst morgen dazu gekommen. Bedauerlicherweise ist es einem nicht immer möglich zeitnah auf solche Ergebnisse zu reagieren – als Student muss ich mich schon an die Vorlesungszeiten halten…

Heute morgen hörte ich die schreckliche Nachricht, dass Matthias Platzeck aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt als SPD-Parteivorsitzender zurückgetreten ist. Nur wenige Monate nach seiner beeindruckend Wahl in Karlsruhe, die ich als Aushilfs-Mitarbeiter des PVs miterleben durfte.
Auch wenn ich es irgendwie schon geahnt hatte, aber die Nachricht traf mich dann doch…

Ich hoffe, dass Matthias sich möglichst gut erholen kann und der Partei noch lange aktiv (z.B. als Ministerpräsident in Brandenburg) erhalten bleibt.
Sein Rücktritt kommt leider gerade in der Zeit, in der man viele Hoffnungen auf ihn gesetzt hatte und er gerade angefangen hatte die Debatte über das neue Grundsatzprogramm neu zu beleben. Ich hoffe, dass der/die neue Vorsitzende sich ebenso engagiert darum bemüht.

Da wären wir dann auch schon beim Thema. Wer wird neuer Parteichef bzw. neue Parteichefin?
Die Frage beantwortete auch gleich das SPD-Präsidium: Kurt Beck.
Seines Zeichens gerade eben mit absoluter Mehrheit wiedergewählter Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und stellvertretender SPD-Parteivorsitzender.

Während die Nominierung, die auf dem außerordentlichen Bundesparteitag am 14. Mai 2006 in Berlin durch die Delegierten bestätigt werden muss, größtenteils auf positives Echo traf, hat sich der politische Gegener, auch wenn wir auf bundespolitischer Ebene in einer Koalition sind, mal wieder auf unterirdisches Niveau begeben. Im Medienportal der CDU Rheinland-Pfalz hat Friedrich Claudius Schlumberger (Generalsekretär der CDU in Rheinland-Pfalz) folgendes geschrieben:

Beck hat sein eigentliches Ziel erreicht

?Schneller als erwartet hat Kurt Beck sein eigentliches Ziel – den Sprung nach Berlin – erreicht.? So lautet der Kommentar des Generalsekretärs der CDU Rheinland-Pfalz Claudius Schlumberger zum Vorrücken des rheinland-pfälzischen SPD-Vorsitzenden Kurt Beck an die Spitze der Bundespartei. Der nicht überraschende Rücktritt des SPD-Bundesvorsitzenden Matthias Platzeck werfe viele Fragen auf. Insbesondere sei zu fragen, welchen Beitrag Kurt Beck als Profiteur des Abtritts dazu geleistet habe, dass Platzeck nie wirklich an der Parteispitze Tritt fassen konnte.

Das ganze „Meisterwerk“ ist z.B. im Pottblog zu finden.
Ich finde es unmöglich, wie der politische Gegner mit dem Rücktritt von Matthias Platzeck umgeht! Es ist tragisch, dass Matthias nur fünf Monate im Amt sein konnte und aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten musste.
Abgesehen davon hat Beck bereits gesagt, dass er auf jeden Fall Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz blieben werde.

3 thoughts on “Zum Rücktritt von Matthias Platzeck als Parteivorsitzender

  1. Besucher
    11.04.2006 at 01:00

    Tut mir leid f?r Herrn Platzeck.
    Aber es ist besser, wenn er sich jetzt etwas schont.
    Die Arbeit als MP, Landesvorsitzender und Parteivorsitzender ist einfach zu viel.

  2. Martin
    11.04.2006 at 23:29

    Da kann ich Besucher nur zustimmen.

    Beck ist ja auch alles. Ob der das durchh?lt?
    Ich wei? ja nicht.
    Was ich komisch finde ist, dass Beck kaum ist er nominiert eine Koalition mit der FDP ins Spiel bringt, sagt, dass der Parteivorsitzende als erster das Recht auf den Kanzlerkandidaten-Posten hat usw. Was soll das?