Über Lafontaine, WASG und die PDS

Die Politik lebt bekanntlich auch vom Wandel. Einen absonderlichen Wandel konnte man nun bei Oskar Lafontaine sehen: Bis vor wenige Wochen noch hatte er es ausgeschlossen für die PDS zu kandidieren. Für die Partei, für die er nichts übrig hatte und die ihn auch nicht sonderlich mochte. Nun hat er seine Bedenken mal schnell über Bord beworfen um einer ihrer Spitzenkandidaten zu werden! Denn was anderes als das ist es nicht! Gefordert hatte er, dass „PDS“ aus dem zukünftigen Namen des Bündnisses gestrichen werden müsste – das wollte die PDS aber nicht. Statt zu seinen Worten zu stehen hat Lafontaine gesehen, dass dies die einzige Möglicheit für ihn ist sich zu profilieren und sich weiter ins Rampenlicht zu befördern (bzw. dort zu bleiben) – und fand es plötzlich ganz ok, dass „PDS“ im Namen bleibt.
Das Lafontaine einmal für die SED-Nachfolgepartei antritt und sich mit dem ebenfalls profiliersüchtigen Gregor Gysi zusammentut hätte ich nicht gedacht. Beide sind wirkliche Schönwetter-Politiker, denn wenn es ans harte Arbeiten geht, dann treten sie zurück (Lafontaine 1999 als Bundesfinanzminister und Gysi 2002 als Berliner Wirtschaftssenator). Wenn es darum geht sich der Öffentlichkeit zu präsentieren, dann sind beide immer ganz vorne mit dabei.
Und solche Leute kommen eventuell in den Bundestag – schönen Dank auch. Darauf kann ich eben so gut verzichten wie auf eine schwarz-gelbe Regierung.

3 thoughts on “Über Lafontaine, WASG und die PDS

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  3. 11.06.2005 at 10:43

    Einen Namesvorschlag h?tte ich auch: Sozialistische Einheitspartei Deutschlands oder kurz SED.

    W?hrend Gysis Partei sich offen zu den Vorz?gen der DDR bekennt, hat Lafontaine als Finanzminister durch die Kritik an EZB und Bundesbank indirekt erstmal die Abschaffung der D-Mark beziehungsweise des Euro gefordert und die Ersetzung des Geldes durch eine Binnenw?hrung wie der DDR Mark.

    Mit der Wiedereinf?hrung der DDR Mark w?rdeuns die neue Linkspartei, die sich doch btte auch ruhig SED nennen soll, richtig voranbringen – ab in die Steinzeit.