Townhall Meeting mit Merkel floppt.

Am vergangenen Sonntag fand das erste „Townhall Meeting“ von RTL und Spiegel TV statt. Premierengast war niemand anderes als die Bundeskanzlerin höchst selbst – Angela Merkel!

Wer sich aber auf eine Diskussionsrunde ala US-Wahlkampf gefreut hatte, wurde bitter enttäuscht. Es bewarheitete sich mal wieder, dass es nicht ausreicht einen Namen zu kopieren – man muss auch das Konzept übernehmen.

Die Geschichte der Sendung ist schnell erzählt. Merkel saß im RTL Studio vor ca. 100 Gästen und zwei Moderatoren und beantwortete Fragen, die aus dem Publikum, per Videobotschaft oder per Mail gestellt wurden.

Die ganze Diskussion wirkte gestellt und ermüdend und wurde zudem nicht einmal live ausgestrahlt. Das kann man auf der einen Seite verstehen, aber auf der anderen Seite nahm dies doch schon ein wenig weg…

Merkel beantwortete alle Fragen zum Teil sehr umfangreich – und blieb dabei wie gewohnt unbestimmt. Für den Wahlkampf blieb die Sendung deswegen ohne Aussage. Das einzige halbwegs Interessante, was wir dabei erfahren haben, war, dass Merkel nach eigener Aussage „gut Kartoffelsuppe kann“. Für eine Kanzlerin ist das ja schon etwas…

Auch von den Quoten floppte das missgestaltete Format: Weder gehen die Konkurrenz „Sakrileg“ noch gegen „Anne Will“ konnte es quotentechnisch nur ansatzweise bestehen.
Dabei ist gerade der letzte Vergleich interessant. „Anne Will“ als politische Sendung mit einem – im Vergleich zum Dialog mit der Kanzlerin – eher schwächeren Thema, konnte deutlich mehr Leute vor den Fernseher locken als RTLs Townhall Meeting. Wenn man sich mal überlegt – bei der „Anne Will“ ist das schon eine echte Negativleistung von RTL.

Abzuwarten bleibt, ob RTL dieses Format noch weiter betreiben will. Nach eigenem Bekunden wollen sie auf jeden Fall das zweite Meeting mit Frank-Walter Steinmeier als Gast durchführen.
Ob sie bis dahin zumindest was ändern bleibt zu hoffen – aber offen.