Tauchausbildung 1+2+3

Da gestern nun schon der dritte Schwimmbadtauchgang war, muss ich ja nun endlich auch mal was zu meiner Tauchausbildung schreiben:

Anzug und FlossenMeine Flossen habe ich ja schon in zwei vorherigen Beiträgen beschrieben, aber auf dem nebenstehenden Bild nun auch der Tauchanzug, den ich für den Kurs benutzen – und anschließend auch kaufen kann.

Es handelt sich um einen gebrauchten 7mm Nasstauchanzug, der innen beschichtet ist.
Das türkise am Anzug ist eine sogenannte Eisweste, die man über den eigentlichen Anzug ziehen kann und so den Oberkörper noch besser gegen Kälte schützt. Anzug und Eisweste wiegen trocken zusammen etwas 4,5 Kliogramm.

Um den Anzug für die Verhältnisse im Freiwasser zu komplettieren habe ich vom Verein dann auch noch Handschuhe ausgeliehen bekommen (hier jetzt nicht auf dem Bild).
Geräteflossen kann ich mir für die vier Freiwassertauchgänge wohl auch vom Verein ausleihen, nur Füßlinge werde ich mir demnächst dann noch kaufen müssen.
FlascheDie Flasche ist eine 10 Liter Stahlflasche, die mit 200 Bar gefüllt wird (das muss ich vor dem nächsten Mittwoch wieder machen lassen). Die Flasche können wir zum Glück kostenfrei füllen lassen – das würde bei der Ausbildung ansonsten wahrscheinlich eine kostenintensive Angelegenheit werden *g*
Ich habe mir gerade eben mal den Spaß gemacht und die – fast leere – Flasche mal auf unsere Waage gestellt… Ein ordentliches Gewicht hat das Ding… Knapp 16 Kilogramm bringt das Teil auf die Waage. Nicht schlecht… Für längeres Tragen ist das Gerät also nicht gut – es sei denn man will seinen Tauchgang mit einen Krafttraining „aufpeppen“ 😉
Aber nun zu den drei Schwimmbadtauchgängen: Vor jedem der Übungstauchgängen haben wir mit unserem Tauchlehrer Michael die anstehenden Übungen ausführlich durchgesprochen und etwaige Fragen geklärt. Beim ersten Mal ging es vor allem um die Ausrüstung. Uns wurde ausführlich erklärt wie wir die Ausrüstung, hier vor allem Jacket, Flasche und Lungenautomat, montieren und was wir dabei alles beachten müssen. Nachdem wir die Ausrüstung fertig montiert, gecheckt und angelegt hatten, durften wir ins Wasser. Nach dem Abtauchen übten wir das Ausblasen des Lungenautomaten, nachdem man in aus dem Mund genommen hatte. Anschließend mussten wir den „verlorengegangenen“ Lungenautomaten auf zwei verschiedene Arten wiedererlangen. Danach mussten wir noch unsere halb mit Wasser geflutete Maske ausblasen und konnten dann noch ein wenig herumtauchen.

Beim zweiten Tauchgang wurde es dann schon ein wenig anspruchsvoller: Zuerst sollten wir mit voller Ausrüstung zwei Bahnen schnorcheln. Anschließend übten wir wie man z.B. einen erschöpften Taucher an der Wasseroberfläche transportiert. Das geht auf drei Arten, wobei meiner Meinung nach das Schieben des Partner am ausgestreckten Arm dafür nicht wirklich in Frage kommt… Aber wie auch immer. Danach ging es weiter mit der Übung ständig zwischen Schnorchel und dem Lungenautomaten hin und her zu wechseln. Danach führten wir einen Abstieg nach der 5-Punkte-Methode durch. Auf dem Beckenboden angekommen „durften“ wir dann unsere – nun vollständig geflutete – Maske ausblasen. Das war leichter als ich dachte, allerdings ist das Chlor in den Augen fast genauso unangenehm wie Salzwasser… Nach erfolgreichem Ausblasen sollten wir nun demonstrieren, was im Falle eines defekten Niederdruck-Inflators zu tun ist. Dazu sollte man eigentlich „einfach“ den Niederdruck-Inflatorschlauch vom Jacket abziehen (das soll z.B. verhindern, dass das Jacket unkontrolliert mit Luft gefüllt ist und man so wie eine Boje nach oben schießen würde [keine angenehme Sache wen größerer Tiefe…]) – eigentlich – bei mir klappte es jedenfalls nicht. Der Schlauch war so fest drauf, dass er einfach nicht abzuziehen war. Selbst Michael (der Tauchlehrer) schaffte es nicht. Beim dritten Tauchgang haben wir es dann mal an der Oberfläche versucht – klappte auch nicht. Unter Druck sitzt der Schlauch einfach bombenfest auf dem Ventil – ohne Druck geht er einfach ab… Naja, danach simulierten wir noch die „Habe keine Luft“ Situation, in dem wir das Zeichen gaben und dann aus der alternativen Luftversorgung unseres Partners atmeten. Zum Abschluss durften wir dann noch ein wenig im Becken umhertauchen.

Der dritte Tauchgang war dann nochmal eine Idee schwerer. Den Einstieg sollten wir dieses Mal per großen Schritt machen – war irgendwie schwerer als der Einstieg im Sitzen oder der Einstieg mit Rückwärtsrolle… Egal, es ging trotzdem irgendwie *g* Übungen für dieses Tauchgang waren unter anderem das austarieren auf dem Beckenboden, die Krampfbeseitigung bei sich und einem Partner und die Simulation der Situation, dass die Luft zuende geht. Diese Übung war praktisch die Fortführung der Übung aus der letzten Woche. Denn hierbei drehte uns unser Tauchlehrer wirklich die Luft ab. Auf unser Zeichen „Habe keine Luft mehr“ öffnete er das Ventil dann wieder – schlecht, wenn einem das Zeichen da nicht mehr einfallen würde 😉 Anschließend war dann wieder eine eher unangenehme Übung dran. Wir sollten die Maske im Wasser abnehmen und ganz normal weiter atmen. Da der Mensch zumeist über die Nase atmet und der Reflex dies zu tun sofort einsetzt, ist diese Übung nicht ganz so einfach. Nachdem wir nun die Maske abgenommen hatten führte uns unser Partner einem großen Kreis durch das Schwimmbecken. Wieder am Anfang angekommen hieß es Maske absetzen und ausblasen. Die ganze Übung ging viel leichter als ich mir zuerst vorgestellt hatte. Aber das Atmen unter Wasser ohne Maske ist wirklich gewöhnungbedürftig. Danach übten wir horizontal den kontrollierten schwimmenden Notaufstieg. Aufgrund der geringen Tiefe im Becken ist der normale Notaufstieg natürlich nicht möglich. Bei der Übung wird simuliert, dass man keine Luft mehr hat und der Partner (für die alternative Luftversorgung) nicht verfügbar ist. Man muss also nun mit der Restluft in den Lungen zur Oberfläche schwimmen. Dabei muss man vor allem auf zwei Dinge achten: 1. Die ganze Zeit ausatmen und niemals die Luft anhalten und 2. nicht zu schnell aufzutauchen. Anschließend konnten wir noch (meiner Meinung nach, aber ohne Uhr kann ich mich da auch täuschen) sehr lange umher tauchen. Zu guter Letzt sollten wir noch aus einem abblasenden Lungenautomat atmen. Die Situation kann eintreten, wenn der Lungenautomat defekt ist. Die Geräte sind nämlich so gebaut, dass sie statt keine Luft mehr durchzulassen, ungehindert die Luft abblasen. Das hat den Vorteil, dass man dann trotzdem daraus atmen kann – wenn man es denn beherrscht. Wir simulierten die Situation jedenfalls dadurch, dass wir die Luftdusche gedrückt hielten. Der abblasende Lungenautomat wurde dann zur Hälfte in den Mund genommen (die andere Hälfte muss draußen bleiben, damit die Luft entweichen kann – ansonsten würde man sich aufpumpen wie ein Ballon) und man konnte atmen. Ich weiß nicht, aber ich habe das nicht so richtig hinbekommen, ich darf dann nächste Woche nochmal („*freu*“….).

Soweit dann erstmal dazu. Ich erhebe natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit 😉

2 thoughts on “Tauchausbildung 1+2+3

  1. Bsucher
    19.04.2007 at 23:10

    Na dann wünsche ich dir mal viel Spaß 😉

    Gibt es eigentlich auch so einen Spruch für Taucher wie für Schauspieler oder Segler?

  2. 20.04.2007 at 10:56

    Danke. 🙂

    „Gut Luft“ wäre wohl der richtige Spruch 😉