Spiegel hat Ablösung der Schröder-Regierung als Blattlinie vorgegeben

Über die Geschichte bin ich auf Marcels Parteibuch -Seite gestoßen und habe mich jetzt mal ein wenig damit beschäftigt. Gerade der Artikel der Süddeutschen Zeitung dazu ist sehr interessant. Ich zitiere mal ein paar Zeilen daraus:

Nach ihren Angaben ging das Stück so: Bei der Ressortleiterkonferenz kritisiert Noack, dass zum wiederholten Mal Gerhard Schröder als glückloser Kanzler ? diesmal zum Thema Vertrauensfrage ? den Spiegel-Titel zieren soll.

Der Politikchef regt statt dessen eine Geschichte über die Konzeptlosigkeit von Angela Merkels Union an. Aust signalisiert Zustimmung, Noacks Titel scheint beschlossen. Steingart, der per Videokonferenz zugeschaltet ist, schweigt. Stunden später erfährt Noack zufällig, dass Steingart seine Titelgeschichte ?Eine Frage des Vertrauens? durchgesetzt hat.

und weiter heißt es:

Weil die politische Linie des Blattes, wie Redakteure sagen, eh von Aust und seinem Berliner Büroleiter Steingart bestimmt wird ? den nicht wenige für neoliberal halten?

Steingarts politisches Urteil wiederum schwankt: Er hat zunächst Hartz IV als Jahrhundert-Reform gefeiert und dann als Jahrhundert-Unglück verdammt. Das passt zu Äußerungen leitender Spiegel-Redakteure gegenüber Sozialdemokraten, die von der Absicht der Redaktionsspitze künden, die rot-grüne Regierung publizistisch bekämpfen zu wollen.

Ein Spiegel-Mann, der die Ablösung der Schröder-Regierung als Blattlinie ausgegeben haben soll, sagt dazu, seine flapsig gemeinte Bemerkung sei aus dem Zusammenhang gerissen. Und in der aktuellen Ausgabe findet sich auch eine Geschichte über die zögerliche Haltung der Kanzlerkandidatin Merkel ? man kann ja nie wissen.

Den ganzen Artikel findet man hier: http://www.sueddeutsche.de/,trt1m1/kultur/artikel/441/55386/
Ich kann ihn nur empfehlen, er ist sehr interessant. Vor allem wie beim Spiegel mit dem Redakteur umgegangen wird, der diese Haltung nicht mittragen will!

Ich meine, der Spiegel war in den letzten Monaten/ Jahren wirklich alles andere als SPD-freundlich, aber das ist ja schon richtig eklig! Den Spiegel sollte man lieber nicht mehr kaufen, wenn da solche Leute arbeiten!

One thought on “Spiegel hat Ablösung der Schröder-Regierung als Blattlinie vorgegeben