Social Network Analyse, Teil 2: Flickr

Allgemeines
Flickr leitet sich wohl vom englischen to flick through something, „etwas durchblättern“ ab und ist ein Fotoportal im Community-Elementen im Internet. Es erlaubt Nutzern digitale Fotos und Videos sowie Kommentare und Notizen online zu stellen.

Flickr wurde im Jahr 2002 in Kanada ins Leben gerufen, ursprünglich um Bilder für ein Online-Spiel hochladen zu können. Doch wegen der großen Beliebtheit wurde ein eigenständiges Projekt daraus – das Spiel wurde eingestellt. Im März 2005 wurde die Firma der Flickr gehört von Yahoo gekauft. Seit 2007 ist Flickr auch in Deutsch verfügbar – hatte aber davor schon Anhänger hierzulande.

Nach eigenen Angaben hat Flickr weltweit ca. 5.000 Seitenzugriffe pro Minute und über sieben Millionen registrierte Benutzer. Wie viele davon allerdings in Deutschland passieren bzw. angemeldet sind konnte nicht ermittelt werden.

Seit 2008 ist es möglich neben Fotos auch kurze Videos hochzuladen. Da hierfür allerdings YouTube besser geeignet ist wird in diesem Artikel auf diese Funktion nicht eingegangen.

Zugang
Wie beim Videoportal YouTube ist auch bei Flickr es nicht zwingend nötig sich zu registrieren. Wenn man sich Fotos nur anschauen möchte braucht man sich nicht anzumelden.

Anders sieht es natürlich aus, wenn man selber Fotos veröffentlichen möchte.
Um sich eine Diashow anzuschauen ist es notwendig, dass für Flash installiert ist.

Fotos veröffentlichen
Um Fotos zu veröffentlichen muss man sich bei Flickr.com kostenfrei registrieren. Dies tut man, indem man sich wie auf der Seite beschrieben einen Yahoo-Account zulegt. Ist der Account erfolgreich angelegt kommt man zu Flickr. Jetzt muss man sich noch einen Flickr-Stream einrichten: Name des Streams, Profildetails eingeben, Freunde suchen, Fotos hochladen.
Beim Name ist darauf zu achten, dass ein möglichst authentischer Name verwendet wird. Bei Personen also der Name, bei Parteigliederungen der Name der Gliederung. So ist es leichter über die Suchfunktion gefunden zu werden – und man merkt sich so auch den Namen leichter.

Beim Hochladen der Fotos kann man verschiedene Einstellungen vornehmen. Zum Beispiel dem Bild eine Beschreibung geben (was möglichst auch gemacht werden sollte). Zu beachten ist hier noch der Titel des Bildes. Es wird beim hochladen der Dateiname des Bildes übernommen. Das sollte unbedingt in einen aussagekräftigen Titel geändert werden!
Zudem kann man auch noch die Nutzungsrechte für das Bild einstellen. Hierüber sollte ebenfalls nachgedacht werden. Zur Auswahl stehen mehrere abgestufte Möglichkeiten. Von dem Aspekt, dass alle Rechte vorbehalten werden bis zur Freigabe des Bildes.

Fotos sollten unbedingt auch mit sogenannten „Tags“ versehen werden. Tags sind Stichwörter, mit denen man über die Suchfunktion die Bilder leichter finden kann.
Es macht auch Sinn Fotos z.B. von derselben Veranstaltung in einem Album zu sammeln.

Die Fotos braucht man vorher nicht zwingend zu bearbeiten. Es ist aber zu beachten, dass die Ladezeiten beim Hochladen bei sehr hochauflösenden Bildern sich deutlich erhöhen. Die Benutzer haben im Übrigen die Möglichkeit sich das Bild bis zu maximalen Auflösung anzuschauen.

Eine Begrenzung gibt es bei Flickr beim Hochladen von Fotos. Pro Monat kann man beim kostenfreien Account „nur“ 100 MB Fotos und 2 Videos hochladen. Allerdings sollte dies auch ausreichen.

Die Community
Innerhalb von Flickr werden verschiedene Möglichkeiten angeboten sich zu vernetzen oder mit anderen auszutauschen. Eine davon ist es Kontakte zu knüpfen und Freunde und Bekannte als Kontakte hinzuzufügen. Dadurch sind diese Kontaktliste kann man zum einen selber leicht auf neue Bilder seiner Freunde aufmerksam gemacht werden, zum anderen haben andere die Möglichkeit auch auf andere Streams aufmerksam gemacht zu werden.

Eine weitere Möglichkeit wäre, dass man Kommentare zu Bildern hinzufügt. So macht man auch für sich und seine Fotos Werbung.

Interessant ist der Aspekt, dass man bei Flickr auch Bilder per Mail oder über das Foto-Handy veröffentlichen kann. Das gibt die Möglichkeit auch von unterwegs Fotos anderen zur Verfügung zu stellen.

Kosten
Das Anschauen von Fotos und das Einrichten eines eigenen Flickr-Streams ist kostenlos. Kosten können unter Umständen für eine Bildbearbeitungssoftware entstehen.

Zielgruppen und Altersgruppen
Die genaue Zielgruppe ist auch bei Flickr nur schwer auszumachen. Durch die Bandbreite an Fotos richtet sich das Portal an mehr oder wenige alle Personenkreise und Altersgruppen.
Dadurch, dass man sich nicht registrieren muss – also keine Zugangsbarrieren vorhanden sind – und man so alle Inhalte sofort sehen kann, ist die Zahl der potenziellen Nutzer ohnehin größer.

Vernetzung mit anderen Diensten/Netzwerken
Durch Flickr ist es leicht Fotos in die eigene Internetseite oder den eigenen Blog einzubinden. Hierzu braucht man sich nur den vorgefertigten Code kopieren und in seiner Seite einfügen. Bei den Plattformen von Facebook und MySpace gibt es entsprechende Funktionen um Videos von YouTube einzubinden.

Beispiele für SPD-Streams
SPD-Parteivorstand: http://www.flickr.com/photos/spdde/
SPD-Fraktion NRW: http://www.flickr.com/photos/spd-fraktion-nrw/
Peter Friedrich, MdB: http://www.flickr.com/photos/peter-friedrich/

Guerilla-Marketing
Auch bei Fotos wird es bei der kommenden Bundestagswahl wohl wieder vermehrt zu sogenanntem Guerilla-Marketing kommen. Damit sind im Allgemeinen ungewöhnliche Aktionen gemeint, die mit geringem Mitteleinsatz  eine große Wirkung erzielen (sollen). Schon im letzten Bundestagswahlkampf war so was zu beobachten, auch wenn damals Flickr in Deutschland noch nicht so sehr bekannt war. Heißt also, dass wir sicherlich wieder eine Menge lustiger Fotocollagen und Fake-Bilder erwarten dürfen.
Da bei solchen Inhalten die Authentizität und Herkunft häufig nur schwer zu beurteilen ist, ist beim Einbinden und Verbreiten unter Umständen Vorsicht geboten!
Bedenken sollte man hier auch, ob es Sinn macht und nicht vielleicht sogar schädlich sein könnte solche Maßnahmen aktiv (z.B. auf der Kandidaten-Webseite zu verbreiten). Gegen eine Verbreitung auf privaten Webseiten und Blogs sowie über die verschiedenen sozialen Netzwerke spricht dagegen allerdings nur wenig.

Fazit
Fotos gehören heute zum Standard für Internetseiten. „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ ist gerade im Internet nicht nur ein leerer Spruch.

Lange war es üblich eigene Bildergalerien auf der eigenen Internetseite anzubieten. Mit Flickr hat sich das zunehmend geändert. Und das hat gleich mehrere praktische Vorteile: Zum einen braucht man nicht den eigenen Webspace anzugreifen. Wer viele Bilder online stellt kennt das: Schnell ist ne Menge Speicherplatz verbraucht. Zum anderen hat man die Möglichkeit die Flickr-Bilder nicht nur leicht einzubinden, sondern man hat gleich noch Community-Funktionen auf Flickr.com zur Verfügung: Die User können Fotos kommentieren. Zu letzt aber ergibt sich durch Flickr wieder eine Möglichkeit die eigenen Bilder leicht anderen zur Verfügung zu stellen und zu verbreiten. Und dafür muss man nicht einmal viel machen.

Das sind wohl die Gründe, warum bereits verschiedene Gliederungen der SPD eigene Flickr-Streams besitzen: Der Parteivorstand, verschiedene Landesverbände und andere Gliederungen.
Auch hier ist das Angebot mannigfaltig: Es reicht von Parteitags- und Verstaltungsimpressionen über Fotos von Infoständen und Aktionen hin zu Kandidatenbildern.

Aber genau hier liegt auch die Gefahr. Man muss beim Veröffentlichen aufpassen, dass man nur ausgewählte und aussagekräftige Bilder online stellt. Hat man zig oder gar hunderte Bilder einer Veranstaltung veröffentlicht gehen wohlmöglich gute Bilder hinten in der Liste verloren, weil die Benutzer schnell das Interesse verlieren. Auch hier ist also weniger oft mehr. Zudem sollte man aufpassen, nicht sehr ähnliche Bilder einzustellen. Das gilt also z.B. auch für Kandidatenbilderserien. Drei oder vier Bilder aus der Serie sind in der Regel vollkommen ausreichend. Denn, mal ehrlich: Schaut man sich die Bilder wirklich an, auf der Kandidat X in 10 verschiedenen Mundstellungen lächelt?

Flickr ist kostenlos und man braucht nicht viel dafür: Nicht einmal ein Bildbearbeitungsprogramm, das bei Flickr gleich mitgeliefert wird. Getestet habe ich es allerdings nicht. Wer das gemacht hat kann mir gerne darüber berichten!

Allgemein sollte man auf die Qualität der Bilder achten. Kleine Schnappschüsse zwischendurch sind sicher sehr nett und oftmals aussagekräftiger als „gestellte“ Fotos, aber man sollte die Wirkung solcher Bilder im Auge behalten.

Bei solchen Accounts, Kanälen oder in diesem Falle Streams sollte man aber darauf achten, dass die „neusten“ Bilder auch einigermaßen aktuell und entsprechend sortiert sind.

Eine interessante Möglichkeit auch andere – möglicherweise nicht SPDler – einzubinden ergibt sich aus der oben erwähnten Funktion Bilder auch per Fotohandy zu veröffentlichen.
Hier sind zum Beispiel Aktionen denkbar, in denen man die Bürger dazu aufruft ihr Foto mit dem Kandidaten oder mit einem „Promi“-Politiker zu schicken. Oder man ruft die eigenen Mitglieder auf solche Fotos oder welche von Veranstaltungen, Infoständen oder lustigen Aktionen zu schicken. Der Fantasie sind da sicherlich keine Grenzen gesetzt!

Zu Flickr kann man eigentlich nur wenig sagen: Macht es!
Ich bin der Meinung, dass es eine sinnvolle Ergänzung zu Webseiten, Blogs oder Social Communitys ist. Wer die eigene Bildergalerie trotzdem nicht aus der Hand geben möchte kann ja zum Beispiel auch einfach bei Flickr eine einrichten und Fotos auch da veröffentlichen und auf die Einbindung verzichten.