Selbstzerfleischung bei der CSU

Wie ich vorgestern bereits geschrieben habe, haben die dramatischen Verluste bei der CSU und ein schlecht organisierter aber sehr teurer Wahlkampf geradezu nach personellen Konsequenzen geschrieen: Heute hat dann auch der CSU-Parteivorsitzende Erwin Huber angekündigt auf einem Sonderparteitag sein Amt zur Verfügung zu stellen. Huber, der mehr als nur farblos geblieben ist und von einem Problem zum nächsten gestrauchelt ist (da ich gerade bei straucheln bin: Sonntagabend wirkte er bei seiner kurzer Erklärung ein wenig „angeheitert“…), ist das erste Opfer der Wahlschlappe. Sehr schnell scheint er von führenden Mitgliedern und besonders von der Berliner Landesgruppe aus zu einem Rücktritt gedrängt worden zu sein.

Mit Huber muss auch noch seine erfolglose Generalsekretärin gehen. Ihr war bereits kurz nach ihrem Amtsantritt Unfähigkeit vorgeworfen worden. Eindrucksvoll hat sie dies ja auch bei der Organisation und Durchführung bestätigt. Sie darf sich demnächst dann wieder um andere Dinge kümmern.

Nachfolger für Huber wird übrigens Bundesminister Horst Seehofer. Seehofer war ja bei der letzten Wahl dem guten Huber unterlegen gewesen und steht – wie sollte es auch anders sein – natürlich sofort zur Verfügung den ungeliebten Huber zu beerben. Er hat sich ja die ganze Zeit immer schön in Lauerstellung befunden…

Einer allerdings fehlt in dieser illustren Runde noch: Der Noch-Ministerpräsident Günther Beckstein. Der weigert sich noch geradezu verzweifelt gegen seinen Rücktritt. Doch so wie es aussieht, wird es auch bei ihm nur noch eine Frage der Zeit sein, bis er genau diesen verkünden muss. Der Druck innerhalb der bayrischen CSU wächst immer weiter. Und auch die Spitzenpolitker in Berlin würden den Rücktritt von Beckstein nicht beweinen. Ganz im Gegenteil, sie sehen ihn zusammen mit den beiden anderen Protagonisten (die ja schon ihren Rücktritt angekündigt haben) als den Hauptgrund für das schlechte Abschneiden. Viele fordern auch seinen Kopf, „nur Huber reicht nicht“ oder „es ist nicht genug Huber als Sündenbock abzustempeln“. Ich denke, dass da in den nächsten Tagen noch einiges kommen wird und Beckstein am Ende zerknirscht zurücktreten muss. Seine potentiellen Nachfolger stehen ja immerhin schon bereit. Zum einen soll auch Horst Seehofer Interesse haben und von einigen auch befördert werden, zum anderen bringen sich auch Landespolitiker wie Herr Goppel selber ins Gesrpäch für die Beckstein-Nachfolge.

Es bleibt spannend… ūüėČ

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