Schottland-Rundreise 2011 – Tag 4

Am Tag 4 gab es nach dem etwas entspannteren Vortag wieder mehr Sehenswürdigkeiten, die von uns erkundet werden wollten. Aus dem beschaulichen Newtonmore sollte es bis abends ins Steadings Hotel in „Flichity by Farr, Inverness“, ebenfalls in den Highlands und auf dem Weg zum Loch Ness gelegen, gehen. Neben der alten englischen Befestigung „Fort George“ und der Ruine der „Elgin Cathedral“ wollten wir uns auf dem Weg auch noch den ehemaligen Bischofssitz „Spynie Palace“ (wer hätte es gedacht: auch eine Ruine) anschauen.


Fort George

Fort George ist eine beeindruckende Festungsanlage, die die Engländer nach ihrem Sieg über die aufständischen Jakobiten im 18. Jahrhundert dort errichten ließen. Die Anlage ist weitestgehend erhalten geblieben, was – trotz ihrer auch aktuellen militärischen Nutzung – einen guten Einblick in die damalige Zeit liefert. Erkunden kann man das Fort auf eigene Faust. Unterstützt wird man hierbei durch einen kostenlos erhältlichen Audio-Guide.

Das riesige Fort liegt auf einer Landzunge und ist somit auf drei Seiten durch das Wasser vor eventuellen Eindringlingen geschützt. Auf der Landseite kommt man nur über eine Zugbrücke, die über einen breiten und tiefen Graben führt, in das Innere der Anlage. Dieser Graben hätte theoretisch im Ernstfall sogar geflutet werden können – theoretisch deswegen, weil in der Praxis zur gleichen Zeit hätte Flut herrschen müssen, um überhaupt Wasser in den Graben bekommen zu können.

Das „Dumme“ war nur, dass nach Fertigstellung des sündhaft teuren Baus sämtliche Aufstände ausblieben – kein Wunder, dass über Fort George nicht nur einmal heftig diskutiert wurde. Aus diesem Grund wurde die Festung auch vornehmlich als Depot und Standort verschiedener Hochlandregimenter genutzt. Derzeit beherbergt es das Royal Regiment of Scotland, The Black Watch, deren Angehörige man während der Besichtigung auch bei ihrer Arbeit im Fort sehen kann.

In einigen Räumen wird den Besuchern versucht zu zeigen, wie die Soldaten früher hier leben mussten. Anschaulich verdeutlicht wird dies durch die ein oder andere kleine Geschichte, die (gut gemacht) vom Audio-Guide abgespielt wird.

Fotos: 1 bis 23,
Weitere Infos: http://de.wikipedia.org/wiki/Fort_George_(Schottland)


Elgin Cathedral

Nicht weit entfernt von Fort George befindet sich mit der Elgin Cathedral eine Kathedralenruine aus dem frühen 13. Jahrhundert, samt angeschlossenem Friedhof. Die Herren dieser Kirche waren die Bischöfe in Spynie, wo wir später noch den verfallenen Bischofspalast besuchen sollten.

Die als „Lantern of the North“ (Laterne des Nordens) bezeichnete Kathedrale soll eine der schönsten des Landes gewesen sein. Die Schönheit kann man heute leider nur noch erahnen, zu viel von ihr ist inzwischen verfallen. Gründe hierfür waren Zerstörungen der Kirche durch den Wolf of Badenoch (Alexander Stewart, Earl Of Buchan , Ende des 13. Jahrhunderts), John Knox’ Bilderstürmern und Cromwells Truppen, aber auch die Zeit der Reformation, da sich (gegen 1560) die Bischöfe lieber in die Pfarrkirche des Ortes nieder- und die Kathedrale dem Verfall überließen. In der Folgezeit nutzten viele Einwohner die Ruine als Steinquelle.

Einige Teile sind jedoch noch erhalten und so kann man zum Beispiel Teile der Türme erkunden und dabei eine herrliche Aussicht genießen und schöne Fotos machen. Interessant sind auch die verschienen Gräber innerhalb der Ruine und auf dem Friedhof, die sehr unterschiedliche Grabinschriften haben.

Fotos: 24 bis 43,
Weitere Infos: http://en.wikipedia.org/wiki/Elgin_Cathedral


Spynie Palace

Spynie Palace ist eine Burgruine, die nicht weit von der Elgin Cathedral entfernt, etwas südlich von Loch Spynie liegt. Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts war sie einer der Landsitze der Bischöfe von Moray, die auch über die Kathedrale in Elgin geherrscht hatten.

Bereits im 12. Jahrhundert war Spynie der Bischofssitz der Diözese und wurde dann im 14. Jahrhundert zur Steinburg umgebaut. Früher lag sie noch direkt an einem Meeresarm. Perfekt also für den Bischof und seine Gäste über das Meer die Burg zu erreichen und damit den eher gefährlicheren Landweg zu vermeiden (abgesehen davon konnten so auch gut Güter angeliefert werden). Mit den Jahrzehnten versandete aber der Zugang zum Meer, wie uns vor Ort erzählt wurde, und es bildete sich das Loch Spynie. Doch auch dieser Zugang zum See verschwand mit der Zeit. Heute kann man ihn nur noch in einiger Entfernung von Spynie Palace aus sehen.

Auch hier wurde uns mal wieder eine nette Geschichte erzählt: Die Bewohner von Spynie und Umgebung sollen sich früher gewundert haben, dass kaum jemand die Burg betritt, aber ständig nachts rauschende Feste dort gefeiert werden. Es hielt sich hartnäckig das Gerücht, dass der Teufel höchstselbst aus dem Brunnen der Burg emporkäme um mit dem Bischof Party zu machen… Wer weiß, wie viel an dieser Geschichte dran ist. Vielleicht kamen die Besucher auch einfach über den – damals ja wohl noch vorhandenen – Seeweg in den Bischofssitz. Der Teufel kann heute jedenfalls nicht mehr hervorkommen: Der Brunnen ist mit einem schweren Eisengitter verschlossen.

Fotos: 44 bis 51,
Weitere Infos: http://en.wikipedia.org/wiki/Spynie_Palace


Steadings Hotel

Von dem Steadings Hotel waren wir mehr als nur positiv überrascht. Anhand der Lage hatten wir nicht unbedingt mit solch einem gut ausgestatteten und angenehmen kleinen Hotel gerechnet. Alles in allem waren das zwei sehr schöne Tage/Nächte, die wir dort verbracht haben. Gerade das am Anfang argwöhnisch beäugte „fernab“ jeglicher Stadt machte seinen Reiz aus: Vom Zimmerfenster blickte man auf eine Berggruppe, vor und auf der Rinder und Schafe weideten. Traumhaft.

Fotos: 52 bis 59,
Weitere Infos: http://www.steadingshotel.co.uk

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