Obama in Berlin

Nun war Barack Obama also in Berlin. Auch wenn man ihm vorwerfen kann, dass er sich in seiner Rede sehr vage und für seine Zuhörer recht interpretationsreich ausgedrückt hat, so muss man doch eingestehen, dass wir genau so einen Auftritt eines US-Politikers doch schon lange erwartet haben.

Ich war ja recht skeptisch – und muss sagen, dass sich das in Teilen auch bestätigt hat. Dennoch muss ich ihm zugestehen, dass seine ganze Art und seine Aussagen vom Miteinander zwischen Europa und den USA befreiend waren und hier auf fruchtbaren Boden trafen. Solche Aussagen, wie die von Senator Obama gestern waren schon längst überfällig und wären von der derzeitigen Bush-Administration wohl nicht gekommen. Er hat das ausgesprochen, was Bush nie hätte sagen können.

Zudem hat man auch wieder gesehen, dass Obama ein guter Redner und (ich sag das jetzt mal so ohne es negativ zu meinen) Showmensch. Er weiß sich zu inszenieren und das Publikum zu begeistern. Sie schließen ihn schnell ins Herz und hören ihm gebannt zu. Genau das fehlt in Deutschland.
Gerhard Schröder war noch einer, der einen gefesselt hat, wenn er redete – doch, so könnte man sagen, „nach ihm die Sinflut“. In den nun schon drei Jahren „nach Schröder“ gibt es keinen Politiker, der ähnlich – oder zumindest ansatzweise – so reden kann wie Schröder oder gar wie Obama. Von „unserer“ Bundeskanzlerin wollen wir in dem Zusammenhang ja gar nicht erst reden…
Das Schlimme ist zudem, dass nicht einmal jemand (ob männlich oder weiblich) nur irgendwie in Aussicht ist. Ich hoffe man stark, dass sich das ändern wird. Denn nur mit solchen Persönlichkeiten führt man neben inhaltlichen Standpunkten und Überzeugungen Menschen wieder näher an die Politik ran – und schafft vielleicht sogar Begeisterung. Barack Obama ist das beste Beispiel dafür.

Als kleines Addon habe ich die auf YouTube eingestellte Rede von Barack Obama hier ebenfalls eingestellt.
Viel Spaß.