„Nein“ zum Bürgerentscheid zur Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung

Am 23. September findet hier in Charlottenburg-Wilmersdorf der Bürgerentscheid zur Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung statt. Eine Bürgerinitiative, maßgeblich voran getragen durch CDU und FDP, schürt mit polemischen Äußerungen die Abneigung gegenüber Parkzonen. Diesen Behauptungen muss widersprochen werden.
Die Charlottenburg-Wilmersdorfer BVV-Fraktion stellt auf ihrer Internetseite mit einem Flugblatt einige dieser Aussagen richtig:

Die Bürgerinitiative behauptet, Parkraumbewirtschaftung schaffe keine zusätzlichen Parkplätze.
Richtig aber ist, dass es bei der Parkraumbewirtschaftung gar nicht um die Schaffung neuer Parkplätze, sondern um die bessere Verteilung der vorhandenen Stellplätze geht.

Die Bürgerinitiative behauptet, Parkraumbewirtschaftung sei kein Beitrag zum Umweltschutz.
Richtig aber ist, dass Parkraumbewirtschaftung das Verkehrsaufkommen senkt und zu weniger Lärm- und  Luftbelastungen führt. In Kombination mit anderen Maßnahmen wie z. B. der Umweltzone) kann so eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität erreicht werden.

Die Bürgerinitiative behauptet, die nächsten Parkzonen wären die Reichsstraße, Westend, Siemensstadt und Grunewald.
Richtig aber ist, dass Parkraumbewirtschaftung nur in Gebieten eingeführt werden darf, wo in hoher Parkdruck besteht und verschiedene Nutzergruppen um Parkplätze „konkurrieren“. Dies ist dort aber nicht der Fall! Reichsstraße, Westend, Siemensstadt und Grunewald werden also nicht die nächsten Parkzonen.

Die Bürgerinitiative behauptet, für Gäste müssten Anträge beim Bezirksamt gestellt werden.
Richtig aber ist, dass kein Gast gezwungen wird, einen Antrag beim Bezirksamt zu stellen. Für kurze Besuche wird einfach ein Parkschein am Parkautomaten gezogen. Länger bleibende Besucher können eine Besuchervignette beim Bezirksamt erhalten, um Kosten zu sparen.

Es bleibt festzuhalten, dass die Parkraumbewirtschaftung ein sehr wichtiges Instrument einer modernen Umwelt- und
Verkehrspolitik ist. Sie führt zu weniger Lärm und zu weniger Abgasen und damit zu mehr Lebensqualität für alle!
Ich rufe daher auf, am 23. September mit NEIN zu stimmen! 

2 thoughts on “„Nein“ zum Bürgerentscheid zur Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung

  1. 23.09.2007 at 14:27

    Ich bin für eine Parkraumbewirtschaftung im Halenseegebiet!
    Damit geben wir unseren Kunden die Möglichkeit einen LEGALEN Parkplatzes in der Nähe des Einkaufsortes zu finden.
    Eine Befürwortung zeigt, dass man auch den nicht mit dem KFZ Einkaufenden gegenüber eine Verantwortung zeigt, insbesondere den direkten Anwohnern.
    Nebenbei bietet sich eine ideale Werbemöglichkeit, da den Kunden mit Parkschein entgegenkommen gezeigt werden kann, indem zum Beispiel die Parkgebühren für die Dauer des Einkaufs übernommen werden.
    Die Kosten hierfür dürften weit unter den Kosten der Kampagnen liegen die eine Bewirtschaftung verhindern wollen.
    Langfristig wird die Parksituation in Gebieten mit Bewirtschaftung entschärft, das bedeutet das Kunden, die mit dem PKW anfahren auch in naher Zukunft dort parken (und kaufen) werden wo einfacher Parkplätze zu finden sind.
    Das wird nicht in den Bezirken sein die eine Bewirtschaftung behindern.

    Die Kosten für ein gewerblich genutztes Fahrzeug in Höhe von 90 Euro im Jahr für eine Anwohnerplakette finde ich nicht überzogen. Besonders im Vergleich zu Parkkosten in anderen Städten.

    Ich fände es Schade, wenn mit dieser Abstimmung eine lange Fällige Maßnahme für die weiter Zukunft behindert würde.
    Ich denke ein nicht zu unterschätzender Anteil der Kunden kommt aus der unmittelbaren Umgebung. Für diese Anwohner (wenn Sie denn ein Auto haben) stellt die Parkraumbewirtschaftung mit Sicherheit eine Erleichterung dar.

    Häufig wird argumentiert, dass wenn eine Parkraumbewirtschaftung kommt wird auch mehr kontrolliert – dann kann man nicht mal eben in zweiter Reihe stehen, oder mal kurz auf dem Rad/Gehweg.

    Ob diese Toleranz nach Beendigung des schwebenden Verfahrens beibehalten wird wage ich zu bezweifeln. Wenn der Einnahmebraten erstmal gerochen ist…
    Schlimmstenfalls haben wir dann keine Parkraumbewirtschaftung und eine andauernde Kontrolle durch das Ordnungsamt. Das lässt sich dann nicht mehr so schnell ändern!

  2. ToKu
    23.09.2007 at 20:39

    Ich bin gegen eine Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung, weil ich es einzig und allein für eine weitere Möglichkeit des Senats ansehe, Geld zu scheffeln. Keine Parkraumbewirtschaftung senkt ein großes Verkehrsaufkommen -das ist Quatsch ! Waren die Befürworter schonmal in der Gegend um die Wilmerdorfer Straße unterwegs ? Goethe-,Schiller-,Krumme Str., Karl-August Platz ? Da findet man trotz Bewirtschaftung nicht einen Parkplatz, im Gegenteil : Die Autofahrer kreisen und kreisen und verpesten die Luft, parken im Halteverbot oder in zweiter Spur.
    Ich hätte heute mit „Nein“ gestimmt, wenn mir auch nur einer der Befürworter hätte zeigen können, in welcher parkraumbewirtschafteten Zone ich schneller einen Parkplatz finde……