Kurzurlaub an der Ostsee

Ein paar Zeilen zu meinem Kurzurlaub im Ostseecamp Rerik dürfen natürlich nicht fehlen.

Rerik 2010Leider nur 4 Tage habe ich bei durchwachsenem Wetter an der Ostsee ein wenig auspannen und – natürlich – tauchen können (letzteres war natürlich der eigentliche Grund an die Ostsee zu fahren…).

Am Donnerstag stand nach dem Frühstück gleich Tauchen auf dem Programm. Insgesamt sollten an dem Tag noch weitere drei Landtauchgänge folgen. An Bootsausfahrten war leider nicht zu denken, da die Ostseewellen zu stark waren um das Boot sicher zu Wasser zu lassen. Die Wellen merkten wir dann vor allem auch beim Nachttauchgang, als wir gegen 22.45 Uhr ins Wasser gingen. Besonders im sehr flachen strandnahen Bereich wurden wir da schon ordentlich durchgerüttelt.

Zum Glück hatte die See sich am nächsten Tag schon wieder etwas beruhigt, so dass dann doch endlich ein Boot zu Wasser gelassen werden konnte und wir die Tauchplätze „Sturmvogel“ und „Torfcanyon“ ansteuern konnten. Die beiden Tauchgänge danach wurden dann wieder von Land aus gemacht. Der Nachttauchgang am Freitag war dann noch unangenehmer als der vom Vortag im Strandbereich waren wir bei Nullsicht fast schon ein Spielball der Wellen.

Leider frischte der Wind über Nacht sogar noch weiter auf, so dass wir am Samstag über den Tag verteilt auf Windstärken zwischen 4 und 6 kamen. Während wir schweren Herzens das Tauchen absagen mussten und stattdessen „Sightseeing“ machten, gingen einige Verrückte trotz der bis zu 3 Meter hohen Wellen zum Baden ins Wasser.

Schon vormittags war uns klar, dass das absolut lebensgefährlich ist und wir befürchteten, dass noch etwas passieren wird.

So kam es am Nachmittag dann leider auch. Wir reinigten gerade unser Tauchequipment an der Tauchbasis, als eine junge Frau angerannt kam. Die blutete am Fuß und fragte aufgeregt, ob die Tauchbasis nicht eins ihrer Boote zu Wasser lassen können, weil vier Leute im Wasser wären und es nicht mehr schaffen würden alleine herauszukommen.

Rerik 2010Leider konnte die Tauchschule nicht helfen. Bei dem Wellengang war es unmöglich ein Boot zu wassern. Stattdessen blieb uns allen nichts weiter übrig als auf die bereits verständigten Rettungskräfte zu warten. In der Tat waren Polizei und Feuerwehr auch schnell vor Ort. Auch ein Rettungshubschrauber des ADAC suchte eine ganze Weile die Ostsee ab, bis er von einem Hubschrauber mit Wärmebildkamera der Bundespolizei abgelöst wurde.

Während es drei der vier scheinbar schafften alleine an Land zu kommen, gelang es den Rettungskräften nicht die vierte Person zu finden.

Mehr mehrstündiger Suche wurde die Suchaktion abgebrochen. Der Leichnam des (wie wir später aus der Presse erfuhren) 31-jährigen Berliners wurde am nächsten Morgen am Strand entdeckt.

Der Tod des Mannes macht deutlich, wie leichtsinnig es ist, bei hohem Wellengang ins Wasser zu gehen. Leider haben viele an diesem Tag gemacht – auch Eltern mit ihren Kindern. Daraus etwas gelernt haben aber scheinbar nur wenige: Am Sonntag waren wieder mehrere Personen im Wasser (auch wenn da die Wellen schon etwas kleiner waren).

Die tauchfreie Zeit am Samstag und am Sonntag vor der Abreise habe ich noch genutzt um wenigstens ein paar Fotos Überwasser zu machen, wenn ich schon keine Unterwasser gemacht habe. Zwei davon könnt ihr schon hier sehen, die anderen findet ihr bei mir im Flickr-Account.