Hemmoor 2008

Das bin ich

Das bin ich

Da, wie wir auf der Fahrt von Bernard gelernt haben, aufschreiben alleine nicht reicht, möchten wir unseren Hemmoor-Bericht hier veröffentlichen und euch an unseren Erlebnissen teilhaben lassen.

Da ich erst am Mittwochabend zur Gruppe um Carsten, Claudia, Rainer, Bernard, Stefan und Astrid (Berliner Taucherstammtisch) stieß, kann ich euch leider nur über den zweiten Teil der Woche berichten. Diese ehrevolle Aufgabe wurde mir – fast wie selbstverständlich – quasi gleich nach meiner Ankunft „übertragen“…

Als ich Mittwochabend in Hemmoor eintraf sah ich schon von weitem zwei halbnackte Gestalten, die mir wild gestikulierend zu verstehen gaben, dass ich dort scheinbar richtig war. Erst auf den zweiten Blick entpuppten sich die stattlichen Erscheinungen als Carsten und Stefan, die nach einem ihrer Saunagänge draußen Abkühlung suchten. Nach einer herzlichen Begrüßung bezog ich erstmal mein Zimmer und packte meine Sachen aus.
Danach plauderten wir alle noch eine Weile, bis ein(r) nach der/m anderen sich ins Bett verabschiedete. Immerhin stand am Donnerstagmorgen vor dem Frühstück gleich der erste Tauchgang auf dem Plan: Der sagenumwobene Rüttler! Sinnbild für den Untergang längst vergangener Epochen! Traum zahlreicher schlafloser Tauchernächte! Naja, oder so ähnlich jedenfalls.

Am nächsten Morgen war es dann so weit: Während Astrid und Claudia eine und Bernard, Rainer und Stefan die zweite Gruppe bildeten, tauchten Carsten und ich zusammen um mein „Rüttler-Brevet“ zu machen (was manche sich einfallen lassen…). Geführt von Carsten tauchen wir durch den Rüttler und trafen anschließend auf dem Rückweg wie vereinbart am LKW wieder auf Astrid und Claudia. Gemeinsam ging es dann entspannt wie in …äh… auf einer Wolke zum Ausstieg.

Nach dem Abrödeln und dem Holen der Autos (da wir nicht beim Einstieg wieder rausgegangen sind) gab es erstmal lecker Frühstück. Da das Wetter mitspielte konnten wir draußen sitzen und die wärmende Sonne genießen. Beim Essen machten wir bereits Pläne für den nächsten Tauchgang und zu unserem Mittag- respektive Abendessen. Nach einigem Hin und her einigten wir uns schließlich – trotz einiger Skepsis – auf Nudeln und Carstens selbstgemachte Tomatensoße. Die Einkaufsliste, die Bernard akribisch führte, wurde am Ende beachtlich lang.

Am frühen Nachmittag stand der zweite Tauchgang des Tages an. Geführt von Astrid tauchten Bernard, Stefan, Rainer und ich vom E4 aus ab. Nach einigen Minuten tauchte vor uns einer der Wohnwagen auf. (Welcher Holländer den da wohl so komisch geparkt hat???)
Nach kurzem Aufenthalt dort ging es noch eine Weile in geringerer Tiefe weiter, bis wir auf einmal einen stattlichen Lachs vor uns erblickten. Der große Fisch hatte aber scheinbar wenig Lust sich von uns begutachten zu lassen und suchte recht schnell das Weite.
Da es Stefan in seinem Nassanzug (Wie kann man nur?!?) schon langsam kalt wurde beschlossen wir zum Einstieg zurückzutauchen.

Nach dem Aufhängen der Sachen wurde gleich mit dem Mittagessen begonnen. Unser Hausmann Carsten stand am Herd und fluchte ein ums andere mal über die schwachen Kochplatten. Eine Soße auf „kleiner Flamme“ kochen zu lassen bekam da eine ganz neue Bedeutung… Aber am Ende wurde alles wunderbar und es schmeckte jedem wirklich gut.

Nach dem Essen wurde mit den Vorbereitungen für den geplanten Nachttauchgang begonnen. Carsten und Claudia bildeten ein Team, Bernard und ich das andere. Vom E0 aus sollte es bis zur Abbruchkante gehen und von dort durch den Wald zurück. Warum auch immer (vermutlich weil eine 10er günstiger zu füllen ist als eine 12er), aber bei der Wahl der Flasche machte ich eine folgenschwere Entscheidung: Ich wählte eine 10er Flasche statt meiner eigenen 12er. Dabei unterschätzte ich, dass die gewählte 10er viel leichter war als meine angestammte Flasche. Trotz mehr Blei sollte sich die Entscheidung während des Tauchgangs rächen… Es kam dann natürlich wie es kommen musste: Ich war nicht schwer genug um meinen Trocki angenehm voll machen (man will es ja auch mollig warm haben) und zudem eine gute Lage unter Wasser einnehmen zu können. Der Tauchgang wurde am Ende anstrengender als man sich das wünschen würde…
Was lernen wir daraus? Hör auf deinen Tauchlehrer und geh ohne vorheriges Ausbleiben nicht einfach mit veränderter Ausrüstung ist Wasser… Jaja… und bei 50 Metern ist man tot….

Dem fröhlichen Beisammensein danach tat der Tauchgang jedenfalls keinen Abbruch. Bei einigen Deko-Bierchen und Weinchen – nur unterbrochen durch zahlreiche Saunagänge von einigen – erfuhr man so manche „dunkle“ Geschichte…

Der Freitagmorgen fing fröhlich an. Nicht nur die Erwartung auf den allmorgendlichen Tauchgang sondern auch die ein oder andere Bemerkung sorgte für eine gute Stimmung.
Den Vogel schoss aber wohl Carsten mit seiner enganliegenden, figurbetonten Funktionsunterwäsche ab. Eine nicht näher benannte Person ließ der Anblick zu dem Spruch „Du hast ganz schön Figur in der Hose“ hinreißen. Wie das gemeint war traute sich aber keiner zu fragen…
Vom E1 aus sollte es erst „etwas“ tiefer und dann zur Plattform gehen. Dort angekommen versammelten wir uns im Kreis und es gab eine kleine Runde. Irgendwie sah darauf alles so schief aus und einige kämpften mächtig um das Gleichgewicht zu halten, so dass man sich schon fragen musste, ob man schon 3,8 im Turm hätte, aber nein, wie sich gleich herausstellte war nur die Plattform schief! Also Entwarnung, kein Grund zur Aufregung!

Nach dem Tauchgang nahm Carsten Claudia noch das Versprechen ab ihren 300. Tauchgang in Hemmoor zu absolvieren. Claudia, die die Tage zuvor wenig begeistert von dieser Idee gewesen war stimmte am Ende dann doch freudig zu. Carsten ging dabei zugegebenermaßen sehr diplomatisch vor: Er weigerte sich einfach Claudia aus ihrem Anzug zu befreien – und die musste verdammt nötig mal wohin…. Und wie nette Tauchpartner halt so sind: Astrid und ich machten auch keine Anstalten den Rückenreißverschluss zu öffnen…

Das bin ich beim Nachttauchgang

Das bin ich

Das Frühstück nahmen wir wieder in großer Runde draußen in der warmen Sonne ein.
An diesem Nachmittag gingen nur Bernard und ich tauchen, da die anderen sich erholen und den zweiten Tauchgang des Tages lieber bei Claudias 300. machen wollten.

Nach dem leckeren Mittag-/Abendessen, welches wir dieses Mal auswärts einnahmen, gingen wieder alle tauchen – keiner wollte sich schließlich die Runde anlässlich Claudias Jubiläumstauchgangs entgehen lassen!
Geplant war wieder bis zur Abbruchkante zu tauchen und von dort aus den Weg dann zur Plattform einzuschlagen. Trotz einiger Schwierigkeiten wurde es ein netter und schöner Tauchgang, bei dem wir auf dem Weg zurück auf der Pflasterstraße noch so einige Krebse bewundern konnten. Erneute Probleme mit der Plattform gab es übrigens nicht…

Der Samstagmorgen begann wie die vergangenen erst einmal mit einem Tauchgang. Quasi „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Vom E4 aus sollte es unter Führung von Stefan in Richtung der Wohnwagen gehen. Bis wir ins Wasser konnten mussten wir halb angerödelt allerdings erstmal ein wenig warten. Ein Mitglied unserer Tauchgruppe hatte seine Schuhe im Haus vergessen… Ich weiß schon, warum ich angesetzte Schuhe habe – zwei Dinge weniger die man vergessen kann… 😉

Nachdem dann alle fertig waren ging es in den See. Auch wenn wir den angepeilten Wohnwagen nicht gefunden haben war es dennoch ein sehr entspannter Tauchgang – außer für Stefan, der in seinem Nassanzug doch wieder „ein wenig“ frieren musste. Er konnte einem schon fast ein wenig Leid tun.

Nach dem Tauchgang gab es wie gewohnt ein ausgedehntes Frühstück im herrlichen Sonnenschein. Anschließend begaben sich die meisten von uns müde ins Bett, während Carsten und ich ins „Nachbar“dorf fuhren (so gefühlte hunderte Kilometer weit weg) um ein paar Dinge zu erledigen.

Am Nachmittag stand dann der nächste runde Tauchgang – also auch die nächste Runde – an: Denn auch Rainer konnte seinen 300. Tauchgang feiern! Vom E0 aus tauchten wir (wer hätte es gedacht?) wieder zur Plattform. Da einige ein wenig verschnupft waren blieben wir insgesamt relativ flach. Nach der kleinen Feierlichkeit und einer ausgiebigen Foto- und Videosession ging es zurück zum Einstieg. Damit hatten wir den letzten Tauchgang dieser Hemmoor-Fahrt beendet. Am nächsten Tag ging es dann vormittags nach dem Aufräumen der Häuser und dem Packen der Autos wieder nach Hause.

Noch einmal vielen Dank an Carsten Kowalski für die Organisation der Hemmoor-Fahrt! Neben schönen Tauchgängen hatten wir alle jede Menge Spaß!