Experiment gescheitert

Normalerweise ist es ja so, dass in Unternehmen gespart wird wo man nur kann. Also vornehmlich bei den Beschäftigten.
Während in den vergangenen Jahrzehnten die Managergehälter auf zum Teil astronomische Summen stiegen, kam beim „kleinen Mann“, also den normalen Arbeitnehmern, nichts von den gestiegenen Umsätzen an. Das schert die Unternehmensführung in der Regel eigentlich wenig, Hauptsache sie haben ihre Schäflein im Trockenen…

Das es auch anders geht, hat jetzt der Nudelfabrikant Enzo Rossi aus Mittelitalien gezeigt. Rossi wagte das, was vermutlich kaum ein anderer Chef wagen würde: Er versuchte einen Monat lang von dem Gehalt seiner Angestellten zu leben. Und das auch, um seinen Töchtern zu zeigen, wie sehr man sich einschränken muss um über die Runden zu kommen.

Und obwohl sich die Familie stark einschränkte, die 2000 Euro Startguthaben (Durchschnittsverdienst für Fabrikarbeiter) reichten nur drei Wochen. Am Ende der dritten Woche waren sie faktisch Pleite. Experiment: gescheitert!

Gewinner dieses eigenwilligen (aber interessanten) Experiments sind nun seine Angestellten. Als Konsequenz aus seinen Erfahrungen erhöhte Rossi den Lohn seiner Beschäftigten um 200 Euro pro Monat. Das tue er aber nicht nur aus sozialen Gründen, meinte der spendable Nudelfabrikant. Er tue es auch aus wirtschaftlichen Gründen: Nur wer keine Geldsorgen hat, der arbeitet auch gut.

Ich finde, solch ein Beispiel sollte Schule machen – auch hierzulande.