Einer der wollte aber nicht durfte

Es ist schon ein Trauerspiel mit dem Michl: Der wohl unscheinbarste Minister im Kabinett von Angela Merkel scheint nichts richtig auf die Reihe zu bekommen.

In seinem Amt ist er mehr als nur farb- und ideenlos geblieben. In der allgegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise sind es andere, die den Ton angeben und Projekte entwickeln. Man könnte meinen, er wäre als Minister gar nicht mehr existent. Dabei müsste doch gerade der Wirtschaftsminister den Menschen sagen wie man der Wirtschaft – und damit letztlich uns allen – weiterhelfen kann bzw. wird. Doch weit gefehlt. Stattdessen tut sich vor allem sein Kabinettskollege Steinbrück hervor.

Während andere fleißig arbeiten tut sich Michael Glos mit anderen Dingen hervor:
So zum Beispiel vor ein paar Tagen in Berlin. Als Vertreter der Bundeskanzlerin sollte Glos den kasachischen Staatspräsidenten Nasarbajew empfangen. Doch auf dem Weg dahin wurde sein Wagen an einer Absperrung in der Charlottenstraße in Mitte von einem Beamten nicht durchgelassen. Daraufhin gab es nicht nur ein Wortgefecht zwischen dem Beamten auf der einen sowie dem Fahrer und Glos selber auf der anderen Seite, nein der gute Fahrer von Glos fuhr dem Beamten dabei mal eben über den Fuß…
„Kann passieren“, möchte man meinen, dumm halt nur, wenn ein Minister zum einen mit im Auto sitzt und zum anderen sich aktiv am Streit beteiligt hat. Von Drohungen soll sogar die Rede sein. Auch wenn sich Glos inzwischen entschuldigte und der Beamte die Entschuldigung auch angenommen hat – ein fader Beigeschmack bleibt auf jeden Fall.

Die Frage ist nun, warum sich Glos zu dem Rücktritt entschlossen hat? War der Vorfall vielleicht der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat? Wer weiß…
Der inzwischen 64-jährige teilte dem CSU-Vorsitzenden Seehofer in einem Brief jedenfalls mit, nach dem schlechten Abschneiden der CSU bei der letzter Landtagswahl sei „Erneuerung, Gestaltungskraft und Glaubwürdigkeit mehr denn je gefragt“.

Heißt das jetzt eigentlich, dass er keine Gestaltungskraft und keine Glaubwürdigkeit besitzt???

Für einen Minister wäre das ja schon ein Armutszeugnis…

Doch, so überraschend das Rücktrittangebot auch kam – so überraschend wurde es von Seehofer auch abgelehnt. Glos muss bleiben, ob er will oder nicht.

Ich frage mich nur:
Was macht man eigentlich mit einem Minister der nicht mehr will? Das ist ja noch schlimmer wie damals bei Stoiber als Ministerpräsident auf Abruf…