Der AOWD-Kurs

Wie gestern versprochen werde ich heute ein wenig was zum PADI-Tauchkurs Advanced Open Water Diver (kurz: AOWD)  schreiben.

Der AOWD ist die nächste Stufe der Tauchausbildung bei PADI. Wie der Name schon sagt also die nächste Stufe auf dem Weg zum fortgeschrittenen Sporttaucher. Übrigens braucht man diese Stufe nicht unbedingt machen, sondern könnte theoretisch auch direkt zum nächst höheren Kurs, dem Rescue Diver, gehen. Allerdings ist der AOWD in verschiedener Hinsicht durchaus sinnvoll. So kann man dort seine bereits erworbenen Tauchfähigkeiten nicht nur verbessern, sondern man lernt verschiedene noch hinzu. So zum Beispiel bei der Navigation und beim Tieftauchen.

Dies sind zwei der fünf Module des AOWD, die, im Gegensatz zu den drei anderen, allerdings Pflicht sind. Das Tieftauchen ist wichtig. Mit dem Open Water Diver (OWD) sollte man nur bis in eine Tiefe von 18 Metern tauchen. Der Bereich darunter (bis einschließlich 40 Metern) wird dann als Tieftauchen angesehen. Um soweit „runter zu gehen“ muss man ausgebildet sein, da dort ganz andere Bedingungen herrschen wie – sagen wir mal – in 6 Metern Tiefe. Neben dem höheren Umgebungsdruck, zunehmender Dunkelheit und Kälte kommt noch hinzu, dass das Risiko einer Stickstoff-Narkose (dem sogenannten „Tiefenrausch“) immer größer wird – zudem kann man schließlich bei Problemen nicht einfach so auftauchen…
Neben diese beiden beiden Pflichttauchgängen kann man aus 14 weiteren Modulen seinen persönlichen AOWD zusammenstellen. Dabei kommt es natürlich auf die örtlichen Begebenheiten an: Schließlich kann man nicht überall Wracks betauchen oder in einer Strömung tauchen. Auch das Bergseetauchen ist in unserer Region nicht so einfach 😉
Sinn machen also nur Einheiten, die man in der Umgebung a) nutzen und b) auch lernen kann.

Vorgeschlagen wurden für meinen AOWD-Kurs neben den beiden Pflichteinheiten noch „Tarierung in Perfektion“, „Suchen und Bergen“ und „Nachttauchen“.

Bei „Tarierung in Perfektion“ (engl.: Peak Performance Buoyancy) geht es, wie der Name schon sagt, darum, dass man die eigene Tarierung unter Wasser verbessert. Dieses Modul des AOWD bietet einen Einblick in den gleichnamigen Spezialkurs, bei dem man lernt, wie man sich am besten austarierst, um die beste Kontrolle, Haltung und Balance zu besitzen. Zudem lernt man, mühelos auf- und abzusteigen – und sich einfach besser (und eleganter) unter Wasser zu bewegen (natürlich auch zum Schutz von Flora und Fauna).

Beim „Suchen und Bergen“ geht es, wie der Name schon sagt, darum, wie man verloren gegangene Dinge wiederfindet. In diesem Modul erhält man einen Einblick, in die Planung von Such- und Bergungstauchgängen, in Vorgehensweisen und Techniken (z.B. Suchmuster) zum Suchen und Bergen – aber auch, auf welche möglichen Probleme man treffen könnte.

Auch der „Nachttauchgang“ erklärt sich eigentlich von alleine. Statt im schönsten Sonnenschein geht es dabei bei Sonnenuntergang ins Wasser. Nach kurzer Zeit und wenigen Metern wird es dunkel um einen herum. Nur die eigene Lampe (wenn sie denn genügend Saft hat 😛 ) spendet ein wenig Licht – und man sieht auch nur das, was sich in ihrem Lichtkegel befindet. Um einen herum ist tief-schwarze Nacht… Aber nicht nur dieser Nervenkitzel ist es, dass das Nachttauchen so faszinierend macht. Es ist, als tauche man in eine ganz andere Welt ab. Während die einen schlafen, erwachen Teile des Sees (oder des Riffs) erst richtig zum Leben. Zum Beispiel Welse, die tagsüber verborgen schlummern, werden nun aktiv und gehen auf Nahrungssuche.

Nachdem man den AOWD-Kurs bestanden hat, ist man berechtigt bis auf eine Tiefe von 30 Metern (der empfohlenen Tiefe für das Sporttauchen) zu tauchen. Zudem wird man eigenständiger und gerade bei Basen im Urlaub wird man dann nicht mehr zu den Anfängern gesteckt. Auch stehen einem nach Abschluss des Kurses weitere Spezialkurse bei PADI offen.
(einen dieser Spezialkurse – den man allerdings schon mit dem OWD machen kann – nämlich den von mir schon angesprochenen Nitrox-Kurs, werde ich ein anderes Mal vorstellen.