2. Nachbarschaftsdialog ohne greifbares Ergebnis

Der am 3. September von der Senatsverwaltung für Inneres und Sport durchgeführte 2. Nachbarschaftsdialog zum Olympiastadion blieb ohne wirklich greifbares Ergebnis. Das von der Verkehrsmanagementzentrale (VMZ) vorgelegte Verkehrskonzept zur leichtathletik-WM bietet keinerlei Anwohnerschutz.

Leichtathletik WM ohne Anwohnerschutz
Seit 2 Jahren kämpfen die Anwohner des Olympiastadions und die BVV Charlottenburg-Wilmersdorf für einen nachhaltigen Anwohnerschutz an Veranstaltungstagen im Olympiastadion. Ziel ist die Einrichtung einer Stadionparkzone rund um das Stadion, in der an den Veranstaltungstagen nur Anwohner parken dürfen.

Die Leichtathletik-WM 2009 wäre eine hervorragende Gelegenheit, eine solche Zone ähnlich wie bei der Fußball-WM 2006 einzurichten und nachhaltig auch nach der WM zum notwendigen Anwohner- und Umweltschutz zu nutzen.

Seit dem am gestrigen Mittwoch, 3.9. stattgefundenen 2. Nachbarschaftsdialog steht nicht nur fest, dass die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung die berechtigte Forderung nach einer Anwohnerschutzzone nicht nur gänzlich ignoriert, die beim 2. Nachbarschaftsdialog von der Verkehrsmanagementzentrale (VMZ) der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung vorgelegten Pläne zur Leichtathletik WM werden vielmehr dazu führen, dass das wilde und gefährliche Parken in den engen Wohnalleen noch zunehmen wird.

Die vorgelegte Planung der VMZ zur Leichtathletik-WM in Kürze:

Alle bisherigen öffentlichen Parkplätze rund um das Olympiastadion werden bei der Leichtathletik-WM für das öffentliche Parken geschlossen und sind ausschließlich den VIPs und anderen Offiziellen vorbehalten.

Die Zufahrt zum Stadion bleibt gleichzeitig über alle Straßen offen. Es wird keine Anwohnerschutzzone wie bei der Fußball-WM 2006 geben.

Die im PKW anfahrenden Besucher der Leichtathletik-WM werden in Ticketflyern und mittels des bestehenden flexiblen Verkehrsleitsystems dazu aufgefordert, die kostenlosen Parkplätze an der Messe zu nutzen und dann mit dem ÖPNV, teilweise ergänzt durch einen Shuttleservice weiter zu fahren.

Die Folge:
Da es keine öffentlichen Parkplätze am Olympiastadion gibt, gleichzeitig aber die Zufahrt über die Wohnstraßen möglich bleibt, werden sich viele Besucher Parkplätze in den schmalen Wohnalleen suchen (müssen).

„Die Pläne ignorieren nicht nur die Beschlusslage des Bezirksparlamentes und die berechtigten Interessen der Anwohner. Sie sind vielmehr verkehrspolitisch konzeptionslos und werden zu einer starken Belastung der Umwelt und vor allem der Anwohner während der Leichathletik-WM führen. Von einer Nachhaltigkeit kann zudem keine Rede sein. Diese Pläne müssen dringend überarbeitet werden.“ so Robert Drewnicki, Vorsitzender der SPD Neu-Westend und Initiator der Stadionparkzone.

Die SPD Neu-Westend/Initiative Stadionparkzone unterstreicht noch einmal ihre auf dem 2. Nachbarschaftsdialog gestellte Forderung:
Es muss unverzüglich ein „Runder Tisch Stadionparkzone“ eingerichtet werden, an dem Vertreter des Stadions, der zuständigen Senatsverwaltungen, des Bezirkes und vor allem auch der Anwohner sitzen. Ziel ist es, möglichst zur Leichtathletik-WM einen nachhaltigen Anwohnerschutz an Veranstaltungstagen im Olympiastadion im Sinne der Beschlüsse des Bezirksparlamentes umzusetzen.

Erfreulich am gestrigen Treffen war, dass unter den vom Veranstalter gezählten 85 Teilnehmern alle politische Ebenen von der BVV, dem zuständigen Staatssekretär für Sport, Thomas Härtel, über die Mitglieder des Abgeordnetenhauses Christian Gaebler und Andreas Statzkowski, dem Bezirksstadtrat für Wirtschaft Marc Schulte bis hin zur Bundestagsabgeordneten Petra Merkel vertreten waren. Sie nahmen den auf der Versammlung von vielen Anwohnern dringend geäußerten Wunsch nach einer Anwohnerschutzzone mit. Ein kleiner Erfolg des Abends. Niemand der Anwesenden bezweifelte, dass es ein Verkehrsproblem gibt, dass einer Lösung bedarf.

Der auf dem 2. Nachbarschaftsdialog vom Veranstalter zusammengefasste Ausblick „Wir sehen uns wieder in einem Jahr.“ wird nicht das letzte Wort bleiben können. Da halten wir es doch eher mit dem Geschäftsführer der Olympiastadion Berlin GmbH, Herrn von Löbbecke, der abschließend sagte: „Es steht ja auch noch der Runde Tisch aus.“